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Nachhaltigkeit kommunal

Nr. 18 |
Dezember 2016

Willkommen zur 18. Ausgabe von NACHHALTIGKEIT KOMMUNAL!

Oktober und November waren spannende Monate für Themen mit Nachhaltigkeitsbezug. Erst fand im Oktober die Habitat III Konferenz zu nachhaltiger Stadtentwicklung in Quito statt und weniger als einen Monat später die COP 22 Klimakonferenz in Marrakesch. Auch auf kommunaler Ebene gab es in diesem Zeitraum viele Entwicklungen und Veränderungen. Und das kommende Jahr beginnt gleich im Januar mit einer bundesweiten Konferenz zu kommunaler Nachhaltigkeit im Licht der UN-Nachhaltigkeitsziele.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

Inhalt

1 VOR ORT IN RHEINLAND-PFALZ

2 NÜTZLICHES UND INTERESSANTES

3 KOMMUNALE NACHHALTIGKEIT IN DER WELT

1 I Vor Ort in Rheinland-Pfalz

Wechsel an der Spitze der Lokalen Agenda 21 Trier

Die bisherige Geschäftsführerin der Lokalen Agenda 21 Trier, Charlotte Kleinwächter, hat den Verein Ende August nach sechzehnjähriger Tä­tigkeit auf eigenen Wunsch verlassen. Kleinwächter übernimmt mittlerweile in Trier eine neue Aufgabe als Klimaschutzmanagerin. Zu ihrer Nachfolgerin als Geschäfts­führerin bestellte der LA 21 Trier-Vorstand die Geo­graphin Sophie Lungershau­sen.

Charlotte Kleinwächter war seit langem das Gesicht des Trierer Vereins und hat im Laufe ihrer Tätigkeit neben der Umsetzung einer Vielzahl von Projekten ein tragendes Netzwerk für Nachhaltigkeit in Trier aufgebaut. Unter ihrer Geschäftsführung hat sich der LA 21 Trier e.V. zu einer festen Größe in Stadt und Region entwickelt. Landes- und bundesweit wird die Arbeit des Vereins wahrgenommen, geschätzt und ist vielfach ausgezeichnet worden.

Der offizielle Abschied fand am 24.11.2016 im Rahmen der feierlichen Abschlussveranstaltung der Veranstaltungsreihe „Zukunfts-Diplom für Erwachsene 2016“ statt. Oberbürgermeister Wolfram Leibe bedankte sich bei Charlotte Kleinwächter für die langjährige Arbeit: „Sie haben mit Ihrer Ausdauer und Ihrer Überzeugungskraft das Verhalten vieler Menschen in Trier in die richtige Richtung gelotst und es geschafft das Thema Nachhaltigkeit zu einem wichtigen Thema werden zu lassen.“

Jetzt bewerben: „Schaufenster Nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ für Unternehmen

Während der Rheinland-Pfalz-Ausstellung, der größten Verbraucherausstellung des Bundslandes, organisiert das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium das „Schaufenster Nachhaltiges Rheinland-Pfalz“. Kleinen und beispielhaft nachhaltig wirtschaftenden rheinland-pfälzischen Unternehmen stellt das Landesministerium Ausstellungsfläche kostenfrei zur Verfügung. Es lädt interessierte Unternehmen dazu ein, sich jetzt für einen Platz im Nachhaltigkeits-Schaufenster zu bewerben. Die Aussteller übernehmen Transporte, Standgestaltung und die Präsentation Ihres Angebots.

Nachhaltige Waren liegen im Trend. Viele innovative Geschäftsmodelle verbinden sich mit Klimaschutz und ressourcenschonendem Wirtschaften. Die Kunden honorieren dies zunehmend. Wir wollen gerade den kleinen Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit setzen, den Zugang zu neuem Publikum erleichtern“, erläutert Wirtschaftsminister Volker Wissing die Initiative.

Bewerbungsunterlagen für das „Schaufenster Nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ können per Mail bei nachhaltig(at)mwvlw.rlp.de, Stichwort „Faire Welten“, angefordert werden. Bewerbungsschluss ist der 15. Dezember 2016. Aus allen Bewerbungen wird der Teilnehmerkreis für das „Schaufenster Nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ bis Anfang Februar 2017 ausgewählt.

Mehr Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier.

2 I Nützliches und Interessantes

Konferenz: Globale Ziele, lokale Praxis. Kommunale Nachhaltigkeit im Licht der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) am 31.01.-01.02.2017 in Berlin

                Für eine erfolgreiche Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele, der Sustainable Development Goals (SDGs), sowie der Nachhaltigkeitsziele Deutschlands kommt den Kommunen eine zentrale Rolle zu. Mit dem „Interministeriellen Arbeitskreis Nachhaltige Stadtentwicklung in nationaler und internationaler Perspektive“ (IMA Stadt) hat die Bundesregierung ein Gremium geschaffen, das sich mit der kommunalen Dimension der SDGs befasst und deren Umsetzung auf kommunaler Ebene fördern will. Ziel der Konferenz, die im Rahmen des IMA Stadt veranstaltet wird, ist es, den Dialog mit den Kommunen zu intensivieren, die lokale Perspektive auf das Thema zu stärken und die SDGs aus Sicht der Kommunen zu diskutieren.

Der IMA Stadt lädt Sie daher ein, im Rahmen der Konferenz „Globale Ziele, lokale Praxis. Kommunale Nachhaltigkeit im Licht der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs)“ zentrale Herausforderungen und Lösungswege zu diskutieren. Die Konferenz richtet sich an Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Kommunen sowie weitere lokale Akteure aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Wesentliche Fragestellungen der Konferenz lauten:

  • Welchen Nutzen haben die UN-Nachhaltigkeitsziele für die Kommunen?
  • Wie lassen sich die UN-Nachhaltigkeitsziele in der kommunalen Praxis umsetzen?
  • Wie können Kommunen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele auf lokaler Ebene erfolgreich gestalten?
  • Welche Unterstützungsbedarfe haben die Kommunen und welche Handlungsempfehlungen ergeben sich daraus insbesondere für die Bundespolitik?

Die Konferenz dient dem Austausch von Kommunen und weiteren Akteuren aus der lokalen Praxis mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern des IMA Stadt sowie mit externen Expertinnen und Experten. Sie bietet den Raum für kommunale Akteure, kreative Ideen zu entwickeln, Herausforderungen bei der Umsetzung der SDGs aufzuzeigen und daraus Vorschläge an den IMA Stadt zur Förderung der Umsetzung abzuleiten.

Globale Ziele, lokale Praxis.
Kommunale Nachhaltigkeit im Licht der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs)
31.01. - 01.02.2017
Auditorium Friedrichstraße, Berlin

Ausrichter: Umweltbundesamt im Rahmen eines Begleitforschungsvorhabens für den „Interministeriellen Arbeitskreis Nachhaltige Stadtentwicklung in nationaler und internationaler Perspektive“ (IMA Stadt) der Bundesregierung.

Organisation und Konzeption: Deutsches Institut für Urbanistik, ICLEI, IFOK

Bitte merken Sie sich den Termin vor und leiten das „Save the Date“ gerne auch an Interessierte weiter! Ein Programm folgt in Kürze.

Bei Fragen wenden Sie sich gern an Frau Marlene Mogk (Marlene.Mogk@ifok.de).

Innovatives Berliner Nachhaltigkeitsprofil veröffentlicht

Mit dem Berliner Nachhaltigkeitsprofil wird das Thema Nachhaltigkeit quer zu bestehenden städtischen Strategien in den Mittelpunkt gerückt. Hier werden erfolgversprechende – weil berlintypische – Potenziale und Zukunftstalente für Nachhaltigkeit fokussiert. Diese Profilierungsfelder zu identifizieren und mit innovativen Praxisansätzen zu illustrieren ist der Kern des Berliner Nachhaltigkeitsprofils.

Berlin hat hiermit ein neues Instrument entwickelt, das besonders auf den Nachhaltigkeitsprozess in Metropolen zugeschnitten ist und effizient und flexibel auf aktuelle urbane Entwicklungsprozesse reagieren kann. Dies stellt national wie international eine Innovation bei den Nachhaltigkeitsansätzen dar.

Hierfür arbeitete die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt mit einem hochkarätigem wissenschaftlichen Begleitgremium, sowie Experten des internationalen Städtenetzwerkes ICLEI – Local Governments for Sustainability, des Berliner Instituts für Zukunftsstudien und Technologieforschung IZT und dem Kommunikationsbüro suedlicht zusammen.

Das Berliner Nachhaltigkeitsprofil steht hier zum Download bereit.

Internationale Nachhaltigkeits-Committments von Kommunen

Städte und Gemeinden sind Kristallisationspunkte globaler Veränderungen und übernehmen zunehmend, auf freiwilliger Basis, Verantwortung für die Welt über ihre eigenen Verwaltungsgrenzen hinaus. Dies tun sie unter anderem über internationale Nachhaltigkeits-Commitments. Die Möglichkeiten eines internationalen Nachhaltigkeits-Engagements für Kommunen sind dabei äußerst vielfältig. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Erklärungen,  Selbstverpflichtungen und Netzwerke, über welche Kommunen sich engagieren können. Selbst unter dem Begriff ‚Netzwerk‘ werden durchaus unterschiedliche Gebilde und Organisationsformen verstanden. Um Kommunen bei der Orientierung über die unterschiedlichen Eigenschaften und  Besonderheiten der Commitments zu unterstützen, hat das Umweltbundesamt eine übersichtliche Zusammenschau der bestehenden Initiativen herausgegeben.

Für ausgewählte internationale Nachhaltigkeits-Commitments werden kurze, einheitliche und daher leicht miteinander vergleichbare Steckbriefe bereitgestellt. Die Steckbriefe informieren über Aspekte wie etwa die Organisationsform und Trägerschaft, die thematische Orientierung, die geografische Reichweite, oder auch Ziel und Form der Zusammenarbeit. Außerdem werden die ausgewählten Nachhaltigkeits-Commitments in voneinander abgrenzbare Typen geclustert und in einer Matrix übersichtlich zusammengestellt. Dadurch entsteht eine handhabbare  Orientierungsmöglichkeit für Kommunen.

Die Steckbriefe sind in deutsch und englisch verfügbar und stehen hier zum Download bereit.

INTERNATIONALE NACHHALTIGKEITSCOMMITMENTS VON KOMMUNEN (deutsch)

INTERNATIONAL SUSTAINABILITY COMMITMENTS FOR LOCAL GOVERNMENTS (englisch)

3 I Kommunale Nachhaltigkeit in der Welt

Habitat III und die New Urban Agenda

Vom 17. bis 20. Oktober 2016 fand in in Quito, Ecuador die United Nations Conference on Housing and Sustainable Urban Development, kurz Habitat III, statt. Habitat III ist die zentrale Konferenz der Vereinten Nationen zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung. Als zentrales Ergebnis des intensiven Vorbereitungs- und Verhandlungsprozesses, welcher in Quito den Abschluss fand, steht die New Urban Agenda. Auf 23 Seiten wird dargelegt, wie die weltweite Staatengemeinschaft der Herausforderung globaler Urbanisierung in den kommenden 20 Jahren begegnen will.

Die Reaktionen auf die New Urban Agenda fallen gemischt aus. Teils wird der partizipative Ansatz in weiten Teilen des Vorbereitungsprozesses und Hinweise im Text auf besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen positiv hervorgehoben. Auch die Nennung von Konzepten wie "Recht auf Stadt" fand viel Zustimmung. Kritik wird unter anderem an der fehlenden Zugänglichkeit des Dokuments, den oft schwammigen Formulierungen und dem Fehlen messbarer Ziele geäußert.

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), in Anlehnung an sein aktuelles Hauptgutachten „Der Umzug der Menschheit“, veröffentlichte knapp zwei Wochen vor Beginn der Konferenz eine Stellungnahme. Darin äußert er sich skeptisch gegenüber den zu erwartenden Ergebnissen und formuliert sechs Voraussetzungen für eine erfolgreiche weltweite Urbanisierung, für die sich die Deutsche Bundesregierung einsetzten sollte:

  1. Habitat-Konferenzen, die alle 4 und nicht nur alle 20 Jahre stattfinden.
  2. Eine Reform und Stärkung des UN-Habitat-Programms.
  3. Die Einrichtung eines Beratungsgremiums zur wissenschaftlichen Begleitung der internationalen Politik in Form wissenschaftlicher Sachstandsbericht.
  4. Die Etablierung des Themas in der G 20 als ständigem Programmpunkt.
  5. Die Stärkung der Rolle von Städtenetzwerken in der internationalen Politik.
  6. Die Stärkung des Themas Urbanisierung und Stadtentwicklung in der Entwicklungs- und der internationalen Zusammenarbeit sowie der internationalen Forschung.

Eine weitere Einschätzung zur Habitat III Konferenz und der New Urban Agenda findet sich auch auf der Seite von Entwicklung und Zusammenarbeit.

COP 22 Klimakonferenz in Marrakesch

Vom 7. bis 18. November 2016 fand in Bab Ighli, nahe der marokkanischen Stadt Marrakesch, die 22. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention (COP 22) statt. Im Vorfeld der Konferenz trat am 4. November das  Pariser Klimaabkommen, welches die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius reduzieren soll, in Kraft.

Eine der größten Neuigkeiten der Konferenz war die Ankündigung von 45 Staaten, die meisten davon im "Climate Vulnerable Forum" (CVF) zusammengeschlossen, bis zur Mitte des Jahrhunderts komplett auf Kohle, Öl und Erdgas zu verzichten. Die ambitionierten Staaten des CVF wurden bei der Konferenz von Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft und Kommunen unterstützt. Die kommunale Seite wurde unter anderem von ICLEI und der Australian Capital Territory vertreten. Zur Finanzierung dieser und weiterer Klimaschutzmaßnahmen im Ausland will Deutschland seine Klimahilfen für arme Staaten um 50 Millionen aufstocken. Ab 2020 sollen jährlich insgesamt vier Milliarden Euro zur Verfügung stehen.

Die nächste Klimakonferenz wird 2017 von den Fidschi-Inseln ausgerichtet. Sie findet aus logistischen Gründen allerdings in Bonn, dem Sitz des Sekretariats des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC), statt. Die übernächste Klimakonferenz wird dann 2018 in Polen stattfinden.

Impressum

NACHHALTIGKEIT KOMMUNAL ist eine Initiative des ICLEI Europasekretariates, gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz.

Die inhaltliche Verantwortung für NACHHALTIGKEIT KOMMUNAL obliegt dem ICLEI Europasekretariat und spiegelt nicht unbedingt die Meinung des Partners bzw. erwähnter Institutionen wieder.

Falls Sie Kommentare/Fragen haben oder weitere Informationen haben möchten, schicken Sie eine E-mail an: nachhaltigkeitkommunal@iclei.org.

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